Die Behandlung
     bis zum Wunschkind

"Künstliche Befruchtung" = Befruchtung im Reagenzglas (In Vitro Fertilisierung - IVF)


Mit Hilfe der "künstlichen Befruchtung" kann Paaren, die auf natürlichem Weg keine Schwangerschaft erzielen können, zum lange ersehnten Nachwuchs verholfen werden. Es gibt sehr viele unterschiedliche Varianten der In Vitro Fertilisierung (IVF).

Künstliche - Befruchtung - Samen - in - Erde

1. Insemination
2. In Vitro Fertilisierung - IVF
3. Blastozysten - Auswahl
4. ICSI
5. IMSI
6. Spezielle Techniken
7. Kryokonservierung - Tiefgefrieren


Die Kunst der Reproduktionsmedizin besteht darin, aus der jeweiligen Situation das MAXIMUM an Erfolg herauszuholen!

Dies kann nur geschehen, indem man in jedem Bereich versucht , das Optimum zu erreichen, begonnen mit der optimalen Vorbereitung einer Behandlung, der Auswahl eines optimalen Therapie - Stimulations - Planes, den besten Eizelle / Follikel - Punktions -  Techniken, ausgezeichneter Laborarbeit inklusive Blastozysten - Auswahl und IMSI, nicht zu vergessen ein guter Embryo - Transfer und mit einer Nachbetreuung mittels optimierter  Medikamentengabe nach dem Embryo-Transfer/der Insemination und in der Schwangerschaft.

 

 

Beziehung zwischen dem Alter und den Chancen auf eine Schwangerschaft


Die Chance auf eine Schwangerschaft bzw. die "Baby - Take - Home - Rate" (BTHR - Geburt eines Kindes) nimmt ganz natürlich mit dem Alter vorwiegend der Frau ab:


Kinderwunsch - Graphik - Schwangerschaftsrate - Baby-Take-home-Rate 
Schwangerschaftsrate und Baby - Take - Home - Rate in Bezug auf das Alter der Frau

Bei der künstlichen Befruchtung können nun vielerlei Faktoren hinzukommen, die diese Prozentsätze in der jeweiligen Altersgruppe zusätzlich negativ beeinflussen:

  • nicht optimal medikamentös therapierte Hormonstörungen
  • Endometriose
  • Gebärmutter - Fehlbildungen
  • gutartige Gebärmutter-Wucherungen (Myome)
  • uvm ...


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    1. Insemination

      

    Die IUI kann bei einer jungen Frau (bis zum 36. Lebensjahr) als erste Therapieoption für 3 bis 6 Zyklen angeboten werden. Grundvoraussetzungen sind offene Eileiter bei der Frau und ein normaler Samenbefund des Mannes. (WHO Kriterien)

    Unter diesen Voraussetzungen ist oft ein PCO-Syndrom der Frau die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch.  In diesem Fall wird mit Hilfe von Hormonen versucht, 1 bis 2 Follikel im Eierstock (Gonadotropine, Clomifen) zur Reife zu bringen.

    Anschließend wird der Eisprung mittels hCG eingeleitet und der Samen in die Gebärmutterhöhle (Cavum uteri) eingebracht.

    Der Samen findet den Weg über die Eileiter zur Eizelle. Die Befruchtung findet normalerweise im obersten Teil des Eileiters statt.

    Anschließend beginnt die befruchtete Eizelle (Zygote) eine 5-tägige Wanderung in die Gebärmutterhöhle. Im Blastozysten - Stadium erreicht diese anschließend die Gebärmutter und beginnt sich einzunisten.

    Damit die Schleimhaut (Endometrium) der Gebärmutter optimal für die Einnistung (Nidation) vorbereitet ist, müssen gewisse Hormone (z.B. Progesteron) teilweise bis zum Zeitpunkt des Nachweises einer positiven Herzaktion 4 Wochen nach Eisprung oder dem Embryo-Transfer oder bis zur 12ten Schwangerschaftswoche eingenommen werden.


         


    Link zu einem Schwangerschafts - Rechner



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    2. In Vitro Fertilisierung - IVF

      

    Seit 1978 besteht mit Hilfe der In vitro Fertilisierung mit anschließendem Embryotransfer eine therapeutische Möglichkeit, einem kinderlosen Paar auch bei verschlossenen Eileitern, diversen Hormonstörungen oder bei fehlendem Samen oder schlechter Samenqualität zu einem eigenen Kind zu verhelfen.

    Grundsätzlich versteht man unter "In Vitro Fertilisierung" oder "extrakorporaler Befruchtung" die Vereinigung von Ei- und Samenzelle außerhalb des Mutterleibs.

    Dazu wird aus dem Eierstock die Eizelle entnommen und diese anschließend im Reagenzschälchen (= in vitro) mit dem Samen des Mannes zusammengebracht.

    Kinderwunsch-Befruchtung-durch-ICSI-1    Kinderwunsch-Befruchtung-durch-ICSI-2    Kinderwunsch-Befruchtung-durch-ICSI-3

    Befruchtung der Eizelle mit Samen durch ICSI

    Der danach entstandene Embryo wird zwei bis fünf Tage später in die Gebärmutter eingebracht (Embryo - Transfer).

    Solch eine Behandlung ist für das Elternpaar eine große Herausforderung. Aus diesem Grund sollte die Behandlung möglichst persönlich und in einer vertrauten Atmosphäre durchgeführt werden.

    Das Paar muss über alle Aspekte der Therapiemöglichkeiten ausführlich informiert sein. Nach Durchsicht bereits vorhandener Befunde und einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung, sowie der Kontrolle des Samens und der mitgebrachten Vorbefunde bzw. der noch zu erhebenden Befunde wird ein Therapieplan erstellt. In manchen Fällen erweist es sich als günstig, wenn eine psychologische Beratung angeboten wird und  einer In vitro Fertilisierung vorangeht.

    Eine genaue Beschreibung der einzelnen Untersuchungen (Ultraschall-Kontrollen, Hormon-Bestimmungen, Blutabnahmen, usw.) und Einzelheiten über die Medikation erhält jedes Paar in Form eines Merkblattes und eines Therapieplanes nach einer Vorbesprechung.

    Die Behandlung erfolgt immer individuell und wird der jeweiligen Situation angepasst.

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    3. Blastozysten - Auswahl

      

    3.1. Warum Blastozystenauswahl nach einer künstlichen Befruchtung
    3.2. Die hohe Kunst der künstlichen Befruchtung

    Nach der Eizellentnahme (Follikelpunktion) mit anschließender Befruchtung der Eizelle mit der Samenzelle mittels IVF, ICSI, IMSI müssen die Embryonen in ein Nährmedium gegeben werden.

    In einem Brutschrank werden diese nun sich selbst überlassen. Nach 16 bis 18 Stunden wird eine erste Kontrolle unter dem Mikroskop vorgenommen, um festzustellen, wie viele Eizellen sich mit den Samen befruchten ließen (meist mehr als 70% der gewonnenen Eizellen).


    Kinderwunschbehandlung - Brutschrank    Kinderwunschbehandlung - Kultur von Embryonen    Kinderwunschbehandlung - Kultur von Embryonen in Schälchen
    Brutschrank und Kultur - Schälchen für Embryonen


    Bis 1996 erfolgte die Einpflanzung der Embryonen in die Gebärmutter (Embryo - Transfer) üblicherweise 2 bis 3 Tage nach der Follikelpunktion im 4- bis 8- Zell-Stadium. Mit der Entwicklung neuer Medien und Techniken ist es möglich, Embryonen länger in Kultur zu halten um anschließend am Tag 5 (selten am Tag 6) nach der Follikelpunktion 1 oder 2 Embryonen im Blastozysten - Stadium zu transferieren.

    Der Transfer von Embryonen wird heutzutage in unseren IVF Zentren fast ausschließlich im Blastozysten - Stadium praktiziert.

     



    3.1. Warum ist die Blastozysten - Auswahl nach einer künstlichen Befruchtung sinnvoll?


    Als Beispiel hier theoretisch für die "natürliche" Fortpflanzung dargelegt:
    Insgesamt haben nur etwa 3 Eizellen von durchschnittlich 12 Eizellen, die eine Frau mit regelmäßigem Zyklus pro Jahr produziert (jeden Monat einen Eisprung (Ovulation) = 12 x Eisprung in einem Jahr) die Potenz, sich nach der Befruchtung zu einem Kind zu entwickeln. Ein bis zwei weitere Eizellen können zwar zu einer Schwangerschaft führen, enden jedoch in einer Fehlgeburt.


    Kinderwunschbehandlung - Befruchtungsvorgang

    Eisprung, Befruchtung, Entwicklung und Transport von Embryonen in die Gebärmutter

    Rein theoretisch können sich fast alle 12 Eizellen (also auch jene, die nicht zu einer Schwangerschaft führen)  bis zum 3. Tag entwickeln, auch wenn diese nie ein Spermium gesehen haben. Man nennt das Parthenogenese (kann durch einen elektrischen Impuls oder einen anderen Stimulus, z.B. "Anstechen" mit der ICSI-Pipette, ausgelöst werden).

    Erst anschließend "merken" die Eizellen, dass das Spermium fehlt. Solche Eizellen besitzen oft einen chromosomalen Defekt. Diese Chromosomenstörungen können mittels Prä – Implantations - Diagnostik  (Untersuchung der Polkörperchen der Eizelle) festgestellt werden. Leider häufen sich Chromosomenstörungen mit den Lebensjahren, da die Eizellen altern. Auch suboptimale Kulturbedingungen oder nicht optimale Befruchtungstechniken können dazu führen, dass Eizellen am Tag 2-3 in einem Entwicklungsstopp enden.

    Solche Eizellen (vor allem im fortgeschrittenen Alter oder bei zugrundeliegenden Hormonstörungen uvm...) haben oft nicht genügend Energie - Vorräte, um die Samenzellen am Tag 3 der Entwicklung zu aktivieren (die Gene des Samens werden erst dann dazu geschaltet, was eine Voraussetzung für die weitere Embryogenese ist). Man kann die Energie der Eizelle mit einer Autobatterie vergleichen. Eine schwache Batterie benötigt einen sehr guten Treibstoff (Samen), um den Motor (Embryogenese) zu starten.

    Wenn man die Technik der Blastozystenauswahl nicht beherrscht oder sie nicht durchführt, kann keine Aussagen darüber getroffen werden, ob die sich am Tag 2-3 in Teilung befindlichen Embryonen wirklich das Potential zur weiteren Entwicklung haben.

    Bei einer Blastozysten - Auswahl werden die sich schlecht entwickelnden Embryonen ausgesondert (natürliche Selektion)!

    Mit Hilfe dieser Technik können mit einer Assistierten Reproduktion bei einer jungen Frau eine Schwangerschaftsrate von bis zu 80% erreicht werden. Die Fehlgeburtenrate beträgt dabei etwa 5-10%, was einer Baby-Take-Home Rate von 70-75% entspricht.

    In unseren Zentren tendieren wir zu einem „Single Embryo Transfer“. Bei Implantation von 2 Blastozysten besteht eine mindestens 20 - 30% Mehrlingsschwangerschaftsrate – dieser recht hohen Rate steht eine nicht wesentliche Verbesserung der Schwangerschaftsrate gegenüber (maximal 5–7%).

    Blastozysten, die nicht primär transferiert werden, können mit der von uns maßgeblich mitentwickelten Technik der Vitrifikation mit einer hohen Überlebenschance nach dem Auftauen für ein zweites Kind oder eine allenfalls notwendige weitere Behandlung tiefgefroren (kryokonserviert) werden.

    Wir sind froh, Dr. Pierre Vanderzwalmen, einen der Pioniere in Sachen Tiefgefrieren von Embryonen, Samen und Eizellen, aber auch von Hoden- und Ovarialgewebe, zu unseren langjährigen Mitarbeitern zählen zu dürfen.

    Mit seiner Hilfe konnten wir eine neue Klassifikation erstellen, welche eine Beurteilung der Blastozysten nach dem Auftauen zuläßt. Auf diese Weise wird sichergestellt dass die „richtige“ Blastozyste für den Transfer in die Gebärmutter auserwählt wird und somit die Schwangerschaftsrate noch weiter verbessert werden kann.

    3.2. Die hohe Kunst der künstlichen Befruchtung


    Eine Grundvoraussetzung für den größten Erfolg in der Reproduktionsmedizin ist das Beherrschen der Blastozysten – Auswahl. Es genügt nicht alleine ein liberales Gesetz. In Staaten mit einem liberalen Embryonenschutzgesetz, wie etwa Österreich oder den USA (wo man alles machen könnte / dürfte) sind trotzdem die Schwangerschaftsraten in einzelnen IVF – Kliniken nicht optimal!

    Kinderwunschbehandlung - Baby mit Fussball glücklichMan vergleiche ein Fußballteam: auch in der Lokal-Mannschaft gibt es Spieler, die einen Fußball für Minuten in der Luft - abwechselnd mit dem Fuß und Kopf -  halten können. Das Beherrschen des Balles (wie das Beherrschen der Blastozysten – Auswahl) ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass man sich hinaufarbeiten kann in die Nationalmannschaft, um eventuell bei Weltmeisterschaften anzutreten. Aber neben dieser Grundvoraussetzung gehört noch viel mehr dazu, damit man Fußball auf Weltklasse-Niveau spielen kann und konstant Tore schießt (Schwangerschaften erzielt) - wie z.B. das Zusammenspiel mit dem Team, das ebenfalls Weltklasse zeigen muss, einem guten Trainer, Ausdauer, Erfahrung, etc ...



     

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    4. ICSI

      

    Bei Kinderlosigkeit, verursacht durch Erkrankungen des Mannes, sind mit der "Künstlichen" Befruchtung außerhalb des Körpers sehr gute Erfolge zu erwarten.

    Die sogenannte Intracytoplasmische Spermieninjektion (ICSI - Methode) hat sich 1992 als Meilenstein in der Sterilitätstherapie etabliert (Bericht).

    Mit Hilfe dieser Technik wird ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle injiziert, um damit eine Befruchtung zu erreichen.

    Video: Befruchtung der Eizelle mit dem Samen mit Hilfe der ICSI - Technik

    Befruchtungsraten von über 70% sind mit der ICSI Methode auch bei Patienten mit extrem schlechter Spermienqualität zu erreichen.

    Kinderwunschbehandlung - ICSIAuch Patienten, bei denen primär keine beweglichen Spermien im Ejakulat vorkommen, kann mit dieser Methode geholfen werden. Sollten durch Erkrankungen der ableitenden Samenwege keine Spermien im Samenerguss nachweisbar sind, kann aus dem Nebenhoden Samen entnommen und für die ICSI Methode verwendet werden (PESA / MESA). Sollten im Nebenhoden keine Samen zu finden sein, besteht die Möglichkeit, die Spermien direkt aus dem Hoden zu gewinnen (TESE / TESA).

    Mit der ICSI Methode können Schwangerschaftsraten in ähnlich hohen Prozentsätzen wie mit der klassischen In vitro Fertilisierung erzielt werden.

    Dennoch sehen wir die klassische ICSI als „veraltete Methode“ an.
    Sie wurde in unseren Zentren durch die IMSI Methode ersetzt.


    Kinderwunschbehandlung - Vergleich IMSI - ICSI


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    5. IMSI

      

    Bei der klassischen IVF (In vitro Fertilisierung) fungiert die Eizellhülle, (Zona Pelluzida - ZP) als selektive biologische Barriere für abnormale Spermien, sodass in den meisten Fällen nur "normale" Spermien fähig sind, eine Eizelle zu befruchten.

    Bei der vorher beschriebenen ICSI - Methode wird dieser "natürliche" - Auswahlmechanismus umgangen und eine morphologische Beurteilung des Biologen (in der Regel bei 200-400x Vergrößerung) entscheidet über die Auswahl der Spermien. (Literatur)

    Die Qualität der subjektiven morphologischen Befundung und Auswahl kann durch neue hochauflösende Mikroskopiertechniken, die "Intracytoplasmic Morphologically Selected Sperm Injection" (IMSI), zusätzlich verbessert werden.

    Kinderwunschbehandlung-IMSI
    Elektronenmikroskopische Darstellung von Samen. Bild 2 und Bild 3 zeigen Struktur – Defekte im Samenkopf.
    Diese können mit Hilfe der IMSI dargestellt werden.

    Studien unseres Teams konnten zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, ein normales Spermium ohne bzw. mit nur einer kleinen Vakuole (= Defekte im Samenkopf) (≤ 4 % der Kopffläche) für die Befruchtung der Eizelle zu isolieren, durch die IMSI - Technik im Vergleich zur ICSI - Methode signifikant erhöht ist.

    Spermien mit großen Vakuolen (> 4% der Kopffläche) wirken sich negativ auf die Entwicklungspotential von Embryonen aus. Erst ab Tag 3 der Embryonalentwicklung schalten sich die Gene des Samens ein (late paternal effect). Siehe dazu die Ausführung bei 3.1.





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    6. Spezielle Techniken

      

    6.1. In Vitro Maturation
    6.2. Spindel - Analyse
    6.3. Prä - Implantations - Diagnostik
    6.4. Polkörper - Diagnostik
    6.5. Blastomeren - Diagnostik an Tag 3 Embryonen
    6.6. Trophektoderm - Diagnostik an Blastozysten
    6.7. Assisted Hatching - Schlüpfhilfe
    6.8. PICSI
    6.9. Polscope


    6.1. In Vitro Maturation


    Die In vitro Maturation (IVM) ist eine Technik, um in Einzelfällen und bei Gegenanzeigen für eine klassische Stimulation zur IVF / ICSI / IMSI ein Angebot einer Therapie zur Verfügung zu haben. Hierbei werden Eizellen aus unreifen Follikeln gewonnen und in Kultur zur Reife gebracht.

    Die erzielten Erfolge sind noch relativ gering und die wissenschaftlichen Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Wir bieten diese Technik für folgende Patientinnen und Patienten auf dem höchsten, derzeit zur Verfügung stehenden, internationalen Standard und nach entsprechender Beratung an:
    • bei Patienten mit hohem Risiko einer Überstimulation bei polyzystischem Ovar. Neue Follikel-Stimulations - Techniken und gezielte therapeutische Maßnahmen nach Follikel – Punktion können jedoch das Risiko so minimieren, dass eine IVM selten nötig ist.
    • bei Patienten vor einer Chemotherapie, bei welchen eine Follikelstimulation nicht mehr möglich ist und zu weiteren Komplikationen führen würde.
    Die Nachteile einer IVM sind folgende:
    • Es werden insgesamt nur wenige Eizellen im Reagenzglas zur Reife gebracht mit zusätzlich möglichen schädlichen Folgen für Wachstumsvorgänge des Embryos und Fetus nach Befruchtung solcher Eizellen.
    • Untersuchungen an menschlichen Embryonen haben ergeben, dass nach einer IVM nahezu 80% aller Embryonen Chromosomenschäden aufweisen.


    6.2. Spindel - Analyse

    Die Spindel spielt eine zentrale Rolle in der meiotischen Reifung der menschlichen Eizelle. Sie ist für die sorgfältige Ausrichtung und Verteilung der Chromosomen während der Zellteilung verantwortlich.

    In 15-20% aller Fälle ist bei der reifen Eizelle vor der Befruchtung durch den Samen keine Spindel vorhanden. Das Vorhandensein einer Spindel ist, neben dem 1. Polkörper, ein genauer Indikator für die Eizellreife.

    Je älter die Frau, desto häufiger kommen solche Störungen der Spindel vor. Die Abwesenheit der Spindel ist mit einer deutlich reduzierten Befruchtungsrate und schlechter oder keiner Embryonalentwicklung in Relation zu setzen.

     

    Kinderwunschbehandlung - SpindelanalyseAuch die Ausrichtung der Spindel während der ICSI / IMSI hat Einfluss auf die weitere Entwicklung der Embryonen. Normalerweise wird die Eizelle so orientiert, dass sich der 1. Polkörper bei 12h befindet und die Injektion der Samenzelle in die Eizelle bei 3h stattfindet. Wenn die Spindel nicht optimal ausgerichtet ist (meistens befindet sich die Spindel in der Nähe des 1. Polkörpers und somit auf Distanz von der Injektionsrichtung von Samen) und versehentlich durch die Injektion der Samenzelle mit der Glaskapillare getroffen wird, kann es zur Zerstörung der Eizelle führen.

    Auch bei wiederholter Befruchtungs – Versagen kommt der Spindel – Analyse eine Bedeutung zu (individuell mit dem Arzt zu diskutieren).

    Bild: Darstellung der Spindel mit den Chromosomen in der reifen Eizelle und im Polkörper


    6.3. Prä - Implantations - Diagnostik


    Die Prä - Implantations - Diagnostik (PID) oder, wie sie im angloamerikanischen Raum bezeichnet wird, die Preimplantation - Genetic - Diagnosis (PGD) wurde ursprünglich als Alternative zur Pränatal-Diagnose, entwickelt. Diese ist erst möglich, wenn die Schwangerschaft bereits etabliert ist, während eine PID schon vor Eintritt einer Schwangerschaft am Embryo vorgenommen werden kann.

    Mittels der PID kann man eine einzelne Zelle auf Aneuploidien (Fehlverteilungen von Chromosomen) und genetische Erkrankungen (Überblick, Genetische Erkrankungen im Detail, Beispiel Retinoblastom) untersuchen. Dies kann entweder mit der Technik der Polymerase Chain Reaction (PCR) oder der Fluorescence In Situ Hybridisation (FISH) gemacht werden.

    Die PID kann auch dazu eingesetzt werden, eine so genannte HLA-Typisierung eines Embryos vorzunehmen. Die HLA-Typisierung dient dazu, ein an einer schweren Erkrankung leidendes Geschwisterchen mit Nabelschnurblutzellen des Neugeborenen zu retten (z.B. Fanconi-Anämie, Leukämie, Auto-Immunerkrankungen...).

    Wenn bei einem Kind das Knochenmark aufgrund von bösartigen Erkrankungen durch Chemotherapie oder durch Bestrahlung zerstört werden muss, hat dieses Kind nur noch eine Überlebenschance, wenn z.B. von einem Geschwisterchen oder einem geeigneten Knochenmarkspender oder einem Nabelschnurblut – Spender verträgliche Stammzellen zum Wiederaufbau des Blutsystems zur Verfügung stehen.

    6.4. Polkörper - Diagnostik


    Die Polkörper-Diagnostik (PKD) lässt Rückschlüsse auf das Erbgut der mütterlichen Eizelle zu. Dabei können Fehlverteilungen von Chromosomen in der Eizelle und Anlagen für bestimmte erbliche Erkrankungen mit großer Wahrscheinlichkeit festgestellt oder ausgeschlossen werden.

    Mit dieser Technik kann man vor allem die Fehlgeburtenraten bes. bei erhöhtem mütterlichen Alter senken bzw. die Schwangerschaftsraten evt. leicht erhöhen. Nähere Details über die Technik und den Ablauf erhalten sie bei einem persönlichen Beratungsgespräch.



    6.5. Blastomeren - Diagnostik an Tag 3 Embryonen


    Die Biopsie mit Entnahme von 1 bis max. 2 Zellen (Blastomere) aus einem Embryo erfolgt üblicherweise am dritten Tag nach der Befruchtung im 6-8 Zell - Stadium.

    Kinderwunschbehandlung - BlastomerendiagnostikDiese Diagnostik kommt vor allem zum Einsatz, wenn Erbkrankheiten in der Familie bekannt sind. Es kann gezielt untersucht werden, ob der Embryo ebenfalls Träger der genetischen Erkrankung ist. Nur diejenigen Embryonen, die den Gendefekt nicht aufweisen, werden für einen Embryo - Transfer herangezogen.

    Diese Diagnostik eignet sich in bestimmten Fällen auch dazu, Chromosomenstörungen (Aneuploidien) zu untersuchen (z.B. Reziproke Translokationen).

    Für ein Aneuploidy–Screening ist die PKD bis heute der "Gold Standard". Dies konnten wir gemeinsam mit einem der Pioniere der PID, Yury Verlinsky, zeigen.

    Literaturhinweis 1
    Literaturhinweis 2

    Wir bieten PID/PGD an Blastomeren an unserem IVF Zentrum in Pilsen in der Techischen Republik an.



    6.6. Trophektoderm - Diagnostik an Blastozysten


    Die Analyse von Zellen an der Blastozyste am Tag 5 (Biopsie vom Trophektoderm) ist eine Technik, an der wir bis heute gemeinsam mit Alan Handyside (Pionier der PGD) entwickeln. Diese Technik wird bei uns noch nicht routinemäßig angeboten.

    Wir erhoffen uns, dass mit dieser Technik in Zukunft sowohl Chromosomen - Störungen (Aneuploidy) als auch genetische Erkrankungen (Überblick, Genetische Erkrankungen im Detail) mit einer einzigen Diagnostik (bis dato muss man eine kombinierte Diagnostik von PKD und Blastomerenbiopsie am Tag 3 Embryo dazu durchführen) erfasst werden können.

    Für die Diagnostik an Blastozysten sind optimale Tiefgefrier - Methoden nötig, da die Analyse meist länger dauert, als der Embryo in Kultur gehalten werden kann. Mit Dr. Pierre Vanderzwalmen haben wir einen Pionier und weltweiten Experten in Sachen Tiefgefrieren im Team.

    Literaturhinweise



    6.7. Assisted Hatching - Schlüpfhilfe


    Mit dieser Methode wird versucht, dem heranwachsenden Embryo das Schlüpfen aus der Eizellhülle (Hatching) zu erleichtern. Die Eizellhülle (Zona pellucida) wird mittels eines Laserstrahls, mechanisch oder chemisch "angeritzt".

    Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Eizellhülle zu dick (erkennbar mit der sog. Polarisationsmikroskopie und mit normalem Licht-Mikroskop) oder zu rigide erscheint. Vor allem mit zunehmendem Alter der Frau, werden die Eizellhüllen dicker und rigider, ebenso nach dem Tiefgefrieren und Wiederauftauen von Embryonen.


    Kinderwunschbehandlung - Assisted Hatching Tag 5    Kinderwunschbehandlung - Assisted Hatching Tag 6
    Schlüpfender Embryo am Tag 5                     Schlüpfender Embryo am Tag 6


    Diese Techniken wird je nach Befund in unseren IVF-Labors sehr individuell eingesetzt.



    6.8. PICSI


    PICSI ist eine Methode zur Auswahl reifer Spermien im Rahmen der ICSI (

    ICSI, IMSI).

    Die Köpfe reifer Spermien tragen einen spezifischen Rezeptor für Hyaluronsäure (Hyaluronan). Hyaluronan ist eine wesentliche Komponente der Hülle, welche die Eizelle umgibt. Unreife Spermien verfügen nicht über diesen Rezeptor.

    Durch den sogenannten Hyaluronan-Bindungstest (PICSI) wird Hyluronan genutzt, um unreife von reifen Spermien zu trennen. Diese gebundenen Spermien können für die

    ICSI / IMSI verwendet werden.

    Kinderwunschbehandlung - Gewaschene Spermien im Schälchen    Kinderwunschbehandlung - Sammeln der gebunden Spermien
    Gewaschene Spermien im Schälchen                             Sammeln der gebundenen Spermien

    Diese Technologie kommt nur in ganz bestimmten Fällen zum Einsatz. PICSI kann die IMSI-Technik nicht ersetzten, nur in gewissen Fällen ergänzen.



    6.9. Polarisationsmikroskopie


    Die Eizellhülle (Zona pellucida, ZP) besteht aus 3 Schichten von Glykoproteinen und umhüllt die Eizelle bzw. den Embryo so lange, bis dieser aus der Hülle schlüpft. Dies geschieht am Tag 5-6 der Embryogenese im Blastozystenstadium.

    Mittels Polarisationsmikroskopie kann die ZP bezüglich Dicke aller drei Schichten beurteilt werden. Diese Daten erlauben eine bessere Bestimmung der Qualität der ZP von Eizellen (oder Embryonen).

    Vor allem die innere Schicht der ZP scheint ein wichtiger nicht-invasiver Marker für das Entwicklungspotential einer Eizelle zu sein. Bei Patienten über 35 Jahren, scheint die innere Schicht der ZP dicker und die Glykoproteine der ZP scheinen weniger geordnet zu sein.


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    7. Kryokonservierung - Tiefgefrieren

      

     
    Das Einfrieren und Lagern von biologischem Material erfolgt bei tiefen Temperaturen. Diese Temperaturen werden  mit Hilfe von flüssigem Stickstoff
    (-196°C) erreicht. Unter diesen Bedingungen können die Zellen über lange Zeit ohne Beeinträchtigung ihrer Lebensfähigkeit und Funktion gelagert werden.

    Durch spezifische Kryokonservierungs - Verfahren, die auf die einzufrierenden Zellen abgestimmt sind, können in unseren IVF Zentren folgende Zellen bzw. Gewebe eingefroren werden.

    Kinderwunschbehandlung - Tiefgefrieren    Kinderwunschbehandlung - Tiefgefrieren

    7.1. Tiefgefrieren von Samenzellen und Hodengewebe
    7.2. Tiefgefrieren von unbefruchteten Eizellen
    7.3. Tiefgefrieren von befruchteten Eizellen
    7.4. Tiefgefrieren von Embryonen
    7.5. Tiefgefrieren von Ovarialgewebe / Gewebe vom Eierstock


    7.1. Tiefgefrieren von Samenzellen und Hodengewebe


    Spermien können aus dem Ejakulat, dem Nebenhoden und aus Hoden gewonnen werden. Alle diese Spermien können tiefgefroren und so für eine Behandlung konserviert werden.

    Für Tumorpatienten ist es sinnvoll, vor einer Chemotherapie oder einer radiotherapeutischen Behandlung ein Samendepot anlegen zu lassen, um später auf Samenzellen für eine Kinderwunschbehandlung zurückgreifen zu können, sollte durch die Therapie das Hodengewebe geschädigt werden.

    Untersuchungen haben gezeigt, dass Lagerungszeiten von bis zu 30 Jahren keinen Einfluss auf die Samenqualität haben (theoretisch natürlich viel länger - dazu fehlen allerdings logischerweise entsprechende Erfahrungen).

    Fremdspender - Samen können ebenso eingefroren werden. Sechs Monate nach der Kryokonservierung wird der Spender erneut auf spezifische Infektions- parameter entsprechend gesetzlichen Vorschriften untersucht. Erst wenn dieser Befund negativ ist, wird der Samen freigegeben.

    Nähere Informationen zu Samen - Tiefgefrieren


    7.2. Tiefgefrieren von unbefruchteten Eizellen


    Aufgrund von gesellschaftlichen Entwicklungen wird eine erste Schwangerschaft immer später geplant, das heißt, nach Abschluss einer Berufsausbildung, nach Stabilisierung der finanziellen Situation etc. Dies ist häufig erst nach dem 35. Lebensjahr der Frau der Fall.

    Aus diesem Grund und der biologischen Tatsachen, dass die Eizellen überaltern und beispielsweise eine Schwangerschaft nach dem 38. Lebensjahr immer schwieriger eintritt, empfiehlt es sich, Eizellen in einem jüngeren Lebensalter (zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr) vorsorglich tiefgefrieren zu lassen.


    Kinderwunschbehandlung - Eizelle Metaphase IIKinderwunschbehandlung - Eizelle Metaphase II
        Metaphase II - Eizelle


    Somit verschafft man sich auch mit zunehmendem Alter z.B. zwischen 40 - 45 noch optimale Aussichten auf eine Schwangerschaft.

    Wir bieten diese Technik des Tiefgefrierens von Eizellen auf dem höchsten technischen Niveau an.

    Nähere Informationen zu Eizellen – Tiefgefrieren / Eizell - Vorsorge



    7.3. Tiefgefrieren von befruchteten Eizellen


    Kinderwunschbehandlung - befruchtete EizelleEizellen im Vorkernstadium (Zygote)
    am Tag 1 der Entwicklung lassen sich
    technisch gesehen gut einfrieren.

    Die Auftau- und weitere Entwicklungsrate
    bis zur Blastozyste ist sehr gut (95%).




    7.4. Tiefgefrieren von Embryonen


    Embryonen können in jedem Entwicklungsstadium (vom Tag 2 bis Tag 6) eingefroren werden. Sowohl die Methode des langsamen Einfrierens wie auch die der Vitrifikation (schnelles Einfrieren in flüssigem Stickstoff) werden in unseren IVF Zentren sehr erfolgreich angewandt (Auftau- und weitere Entwicklungsraten gut 90%).

    Überzählige Embryonen können auf diese Weise konserviert und für einen späteren Zeitpunkt aufbewahrt werden.

    Langsames Einfrieren/langsames Auftauen (Eisbildung wird durch Seeding kontrolliert).

    Vitrifikation/Verglasung (Flüssigkeiten werden direkt und ohne Eiskristallbildung
    in den festen Zustand überführt).



    7.5. Tiefgefrieren von Ovarialgewebe / Gewebe vom Eierstock


    Wenn eine Schädigung des Eierstockes (Ovar) durch eine Krankheit befürchtet wird, wodurch die Etablierung einer Schwangerschaft nicht oder nur mehr sehr schwer möglich ist, so kann neben Eizellen auch Ovarialgewebe eingefroren werden.

    Auch Frauen, die noch keinen passenden Partner gefunden haben oder welche aus beruflichen Gründen erst später ihren Kinderwunsch erfüllen wollen, können für eine spätere Behandlung im Alter zwischen 20 bis 35 Jahren ihre Eizellen oder Ovarialgewebe einfrieren lassen.
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    Ultraschall

    Die IVF Zentren Prof. Zech und der Weltmarktführer in der Utraschalldiagnostik, GE Healthcare, setzen durch ihre Kooperation einen neuen klinischen Standard im Ultraschallmonitoring in der Reproduktionsmedizin.

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    Injektionstechnik

    Es gibt zwei verschiedene Injektionsarten, nämlich die intramuskuläre und die subkutane Injektion.

    Wie werden diese Injektionen durchgeführt und was muss dabei beachtet werden?

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    IVF Zentren Prof. Zech
    Österreich
    Bregenz
    Tel.: +43 5574 44836
    zech@ivf.at
    Österreich
    Salzburg
    Tel.: +43 662 9010 5000
    office@kinderwunsch-salzburg.at
    Schweiz
    Niederuzwil
    Tel.: +41 71 950 1580
    zech@fivet-ivf.ch
    Liechtenstein
    Vaduz
    Tel.: +423 237 6655
    zech@ivf.li
    Tschechische Republik
    Pilsen
    Tel.: +42 0377 279 350
    zech@ivf-institut.cz
    Italien
    Meran
    Tel.: +39 0473 270470
    zech@fivet-ivf.it
    Bereitstellung von wissenschaftlicher und technischer Expertise (Details) für:
    Nigeria
    The Bridge Clinics
    Lagos State, Nigeria
    Tel.: +234 1 461 9006