Obwohl man es seit Jahrhunderten weiß, ist es doch eine wenig verbreitete Erkenntnis, daß im Durchschnitt etwa zweimal wöchentlich Geschlechtsverkehr sinnvoll ist, da diese Frequenz den biologischen Verhältnissen am ehesten Rechnung trägt ("Zweimal die Woche gibt im Jahr 104, das schadet weder ihr noch mir" - Zitat von Martin Luther).
Entgegen früherer Empfehlungen raten wir jetzt in der letzten Woche vor der geplanten Therapie (Geschlechtsverkehr zum Optimum, Insemination, IVF/ICSI…), basierend auf unseren neusten wissenschaftlichen Analysen, zu möglichst frequenten (wenn möglich täglichen) Samenergüssen.
(Erklärung dazu: Die frequente Ejakulation erhöht den Umsatz/Turn-Over der Samenentwicklung und beeinflusst dadurch deren Qualität, die mit erhöhtem Turn-Over insgesamt zunimmt – ähnlich wie beim Sport: dieser ist gesundheitsfördernd, wenn er regelmäßig betrieben wird. Tägliches leichtes Ausdauertraining ist gesund, er beansprucht die Muskulatur und führt zur Erneuerung/Regeneration von Zellen).
Um eine zusätzliche Spontan-Schwangerschaft bei IVF/ICSI mit all den Problemen von Mehrlingsschwangerschaften nach Transfer bei uns zu vermeiden, empfehlen wir dringend, fünf Tage vor der geplanten Follikelpunktion und bis zwei Tage nach der Follikelpunktion keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben!).
Die größte sexuelle Leistungsfähigkeit des Mannes besteht bereits um das 21. und 24. Lebensjahr und nimmt ab da zunächst bis zum 30. Lebensjahr nur wenig, dann jedoch (individuell sehr verschieden) stärker ab.
Bei Kinderwunsch ist es günstig, wenn die Frau nach dem Verkehr etwa eine Stunde wenigstens liegen bleibt und vor dem Verkehr das Gesäß durch Unterlegen eines Polsters etwas höher lagert.
Die Stellung beim Geschlechtsverkehr ist zunächst gleichgültig, solange ein völliges Eindringen des Gliedes in die Scheide möglich ist. Lediglich bei Lageveränderung der Gebärmutter (z.B. Rückwärtslagerung und Knickung - diesen Befund erfährt die Frau durch den Gynäkologen) kann bei Rückenlage das Eintauchen des Muttermundes nach dem Samenerguß in den Samensee fraglich sein. Dann sollte der Verkehr in Knie-Ellenbogen-, Bauch- und Seitenlage der Frau erfolgen.
Da Urin und andere Flüssigkeiten ausgesprochen samenfeindlich sind, sollte der Mann in der letzten halben Stunde vor dem Verkehr nicht urinieren und die Frau keine gewöhnliche Scheidenspülung vornehmen